Unsere Schiffe - Fiasko
| Typ | Ehemaliges Werft-Arbeitsboot |
| Takelung | Kutter mit Luggergroßsegel |
| Bauwerft | unbekannt |
| Baujahr | 1940 |
| Material | Lärche / Eiche |
| Länge über alles | 7,5m |
| Länge über Deck | - |
| Breite über alles | 1,0m |
| Tiefgang | 1,0m |
| Verdrängung | - |
| Segelfläche am Wind | 22m2 |
| Motor | - |
| Eigner | Kieler Jugendkutterprojekt e.V. |
Eine Werft in Wendtorf an der Kieler Förde schenkte dem Kieler Jugendamt 1978 zwei ausgediente Arbeitsboote, damit diese vielleicht vor dem Abwracken oder Verrotten gerettet werden könnten. Zum Restaurieren der Boote wurde eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ins Leben gerufen und man ging ans Werk. Leider war eines der Boote in einem zu schlechten
Zustand, weshalb man sich dann auf nur ein Exemplar beschränkte. Trotzdem wurde auch hier mehr Arbeit als gedacht nötig und so konnte das Boot, das schon während der Bauzeit immer nur „Fiasko" genannt wurde, erst 1981 fertiggestellt werden. Zur Taufe entschied der Amtsleiter des Jugendamtes aber, dass der Name zu negativ klingen würde, wenn mit dem
Boot gute Jugendarbeit geleistet werden sollte. Deshalb taufte man den kleinen Segler auf den Namen „Doch kein Fiasko". Die geschnitzten Namensschilder für „Fiasko" waren aber schon lange vorher fertig (sie sind auch jetzt wieder am Rumpf befestigt) und so besorgte man kurzerhand Klebebuchstaben und vervollständigte die Schilder so zu dem gewünschten, neue Namen. Das „Doch kein" löste sich aber schon bald wieder vom Rumpf ab, was aber niemanden wirklich ärgerte, denn das Boot wurde doch sowieso immer einfach nur „Fiasko" genannt. Die Nutzung des Bootes verlief aber in der folgenden Zeit sehr unregelmäßig und die pflegenden Arbeiten wurden auch nicht sorgfältig und oft genug geleistet, weshalb „Fiasko" nach einigen wenigen Jahren wieder in einen bedauernswerten Zustand verfallen war.
Kurz nach der Gründung des Vereins „Kieler Jugendkutterprojekt e.V." machte das Jugendamt die Mitglieder auf das kleine, 6 Meter lange und 2 Meter breite Boot aufmerksam. Der Zustand ließ zu der Zeit schon nur noch zwei Möglichkeiten zu: Abwracken oder Restaurieren.
So kam der Verein zu seinem ersten Boot und machte sich sofort an die Arbeit, die von September 2001 bis April 2002 dauern sollte. Das ein solches Projekt nicht nur wirklich nachahmungswürdig , sondern auch durchaus finanzierbar ist, zeigt schon der Erfolg nach der relativ kurzen Zeit: Die Restaurierung des Bootes kostete 6000,- DM. Allein 4000,- DM spendete die Stiftung „Jugend in Kiel" und es kommen weiterhin Spenden dazu, vor allem weil man gut sehen kann, wie die Vorhaben des Vereins schnell in Taten umgesetzt werden. Das von Klaus Berger aus Kiel gezeichnete Rigg und die wegen der geringen Nutzung fast neuwertigen Segel waren größtenteils schon von der ersten Aufbauphase vorhanden, was die relativ geringen Kosten erklärt.
„Fiasko" ist ein wirklich schönes, kleines Boot und wurde seiner Aufgabe entsprechend zweckmäßig restauriert. Die große, offene Plicht hat seitlich lange Bänke und wird von einem Süll zum schmalen Seitendeck begrenzt, das auch dafür sorgt, dass überkommendes Wasser nicht sofort in den Rumpf gelangt. Vorn und achtern befinden sich Stauräume für Rettungswesten und Zubehör. Das Boot ist außerdem schnell und wendig, was für den Spaß bei der Arbeit mit Jugendlichen sicherlich auch eine große Rolle spielt.