„Anker auf-Regatta“
(08.Oktober 2005)
„Holt auf die
Anker – setzt die Segel!“
Dieser Ruf erschallte am 08. Oktober für die Schiffe und
Boote des Vereins Kieler Museumshafen und seine Gäste.
Diese Spaßregatta hat sich inzwischen, auch in Kiel,zu einem beliebten Höhepunkt für Liebhaber alter Schiffe entwickelt.Goldene Oktobermorgenstimmung lag über dem Germania-Hafen in der Kieler Hörn. Die still in der Morgensonne liegenden Traditionsschiffe füllten das Hafenbecken und ließen die Herzen so mancher „Sehleute“ höher schlagen. Vorfreude auf das bevorstehende Ereignis war auch den Shantyman und Deerns vom Shantychor „LUV & LEE KIEL e.V.“ anzusehen, die erstmals auf den verschiedenen Schiffen mitsegeln und sogar selbst Hand anlegen durften. Der NDR hatte, mit einem Kamerateam, auf der „Sampo“ angemustert um das Geschehen auf der Förde in Bild ud Ton festzuhalten. Was lag da näher, als gleich noch einige Santyman mit an Bord zu nehmen? Nachdem alle Gäste in das Schiffstagebuch eingetragen waren ging es auch schon los. Kiels „einzigartige Klappbrücke“ wurde geöffnet und so den Traditionsseglern den Weg zur Regatta freigegeben.
Chaos pur –
zumindest in den Augen der „Sehleute.
Es war schon
erstaunlich mit wieviel seemännischem Können selbst die
unübersichtlichste Situation gemeistert wurde. Schließlich hielten
alle Schiffe und Boote Kurs auf die Heikendorfer Bucht und Neptun
bekam seine Opfergabe. Was für ein Wetter!
Wenn nur der Wind hält! Auf vorgegebener Position ging es dann vor
Anker.Die Heikendorfer
Bucht hat so eine Ansammlung alter, schöner Schiffe wohl lange nicht
gesehen.Ruhe im Schiff und
warten auf den Dudelsack – das Signal um Anker auf zu gehen:
„Hört ihr es
auch?“ - „Ja!“.
Na dann: „Holt auf
den Anker – setzt die Segel!“.
Nun aber hoch mit
den Segeln und dazwischen immer die Kameras und Fotoapparate des NDR.Dazu die Fragen nach
dem „Wie“ und „Warum“ „Dieses“ oder „Jenes“ denn
gerade getan werden muß.Alles wurde mit
Bravur gemeistert. Der vorbestimmte
Dreieckskurs mußte dreimal umsegelt werden. Nie im Leben habe
ich die Gefühle von Ruhe und Spannung so dicht beieinander gespürt. 2,3 Knoten, 2,4;
2,8; 3,4; 3,9 gleich haben wir die Vier - erstaunlich mit wieviel
Sachverstand darum gerungen wurde, sei es auch nur 0,1 Knoten mehr
Geschwindigkeit zu erreichen. Der über Land in
die Kieler Förde einfallende Wind brachte eindeutig Vorteile für
die Segler mit den höchsten Masten mit sich. Immer wieder
Windlöcher, Abfallen oder Kreuzen. Wenn wir meinten,
einmal einen alten Shanty zum Besten geben zu können, hieß es schon
wieder:
„Klar bei Segel!“. Dabei wollten wir doch nur besseren Wind für uns herbeisingen.
Die Stunden vergingen wie im Fluge. Das NDR-Team stieg bei „voller Fahrt“ auf unser Zielschiff über, um den Bericht für die Abendsendung, zurecht zu schneiden. Nun konnten wir auch das letzte aus der „Sampo“ herausholen. Bei nachlassendem Wind brachte das „Leichtern“ zum Ende dann doch nicht mehr so Viel. Die Regattaleitung hatte wohl ein Einsehen mit den letzten Schiffen, die versuchten, unter Einsatz von Stechpaddeln die Ziellinie doch noch zu erreichen, und kam ihnen entgegen, um das Zielsignal ertönen zu lassen. Die Sonne versank hinter der Stadt und ein erlebnisreicher Tag ging langsam zu Ende. Nachdem alle Schiffe und Boote wieder ihren Platz im Hafen gefunden hatten, gab es ein Einlaufbier und bei Schnacks und Döntjes wurde schnell klar, dass wir beim nächsten Mal ganz vorne sein würden. Nachdem alle Schiffe und Boote wieder ihren Platz im Hafen gefunden hatten, gab es ein Einlaufbier und bei Schnacks und Döntjes wurde schnell klar, dass wir beim nächsten Mal ganz vorne sein würden.
Vielen Dank den Crews, bei dehnen wir mitsegeln durften. Sicher werden wir in Zukunft unsere Seemannslieder und Shantys mit viel mehr Überzeugung und Gefühl singen können denn dieses schöne Erlebnis nehmen wir dafür mit.
Peter Wilke